Die Story-Olympiade präsentiert ihre Sieger

Mit Medaillen in Bronze, Silber und Gold zeichnet das Team der Storyolympiade die besten Beiträge des alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerbs aus. Die Ehrung wird, wie die beiden vorherigen Male, auf dem BuchmesseConvent am 22.10.2016 erfolgen, die Veranstaltung auf der Bühne im Hauptsaal beginnt um 16 Uhr.

Die Storyolympiade hat sich seit ihrem Startschuss 1999 als einer der größten und beliebtesten Wettbewerbe für deutschsprachige Nachwuchsautoren der phantastischen Kurzgeschichte etabliert. Über 200 Autoren haben sich mit ihren Geschichten zum Thema »Labyrinthe« beteiligt. 35 von ihnen erreichten die Endrunde, 24 wurden aufgenommen in die Sieger-Anthologie.

Cover LABYRINTHE, ISBN: 978-3-940036-30-1

LABYRINTHE – Storyoympiade 2015/2016 – Coverkünstler: Lothar Bauer und Timo Kümmel

Das Buch (ISBN: 978-3-940036-30-1, Preis: 13,90 Euro) erscheint im Verlag Torsten Low und wird während des BuchmesseCon am Verlagsstand und am Tisch der Geschichtenweber käuflich zu erwerben sein.

Der BuchmesseCon in Dreieich ist einer der größten Cons für phantastische Literatur in Deutschland und gilt immer mehr als das alljährliche Branchentreffen der kleineren und größeren Verlage, bekannterer und unbekannterer AutorInnen. Neben Verlagstischen gibt es ein sehr umfangreiches Programm mit Lesungen und Preisverleihungen. Wie immer werden auch das Team der Storyolympiade und AutorInnen unserer Siegeranthologien zahlreich vor Ort sein und freuen sich auf ein Kennenlernen.
Weitere Informationen zum Con: http://www.buchmessecon.info

Endstand der Storyolympiade 2015/2016: Labyrinthe

Die Storyolympiade war nie ein Rennpferd oder ein D-Zug und daran hat sich bis heute nichts geändert. Die letzten Geschichten gingen im Oktober 2015 ein. Über 200 Beiträge kamen zusammen und die Vorjury hat sich tapfer durch diesen Berg an Geschichten gearbeitet. Schließlich blieben 35 Einsendungen übrig, die weiter an die Hauptjury gingen. Dort wurde jeder Beitrag noch einmal genau unter die Lupe genommen, betrachtet, gewendet, gewogen und nach zwei Kriterien bewertet. Ziel war es, die abschließende Auswahl zu treffen und die Geschichten in eine Reihenfolge zu bringen. Das brauchte wieder seine Zeit. Anschließend ging auch unser Verleger Torsten Low alles noch einmal gründlich durch. Gemeinsam setzen wir den finalen Strich: Was darüber liegt, ist mit dabei. Der Rest scheidet leider kurz vor dem Ziel aus. Eine Geschichte mussten wir sogar auf den letzten Metern wegen Dopings überführen, denn ihre Überlänge war uns beinahe nicht aufgefallen.

Bevor wir nun die Geschichten auflisten, die in unsere Siegeranthologie aufgenommen werden, möchten wir noch einmal allen Autorinnen und Autoren danken, die uns durch die Einsendung einer Geschichte erneut das Vertrauen geschenkt haben, die seit Monaten mitfiebern und unseren Wettbewerb am Leben erhalten. Vielen, herzlichen Dank! Bitte ärgert euch nicht, solltet ihr es in dieser Runde mit euren Beiträgen nicht geschafft, mag es auch noch so knapp gewesen sein. Bei einer so großen Konkurrenz – und sie war quantitativ wie qualitativ groß in dieser Runde – ist es klar, dass nicht jeder Beitrag in das Buch aufgenommen werden kann. Ebenso ist es hoffentlich nachvollziehbar, dass nicht alles gleichermaßen den Geschmack unserer Jurorinnen und Juroren getroffen hat. Wir hoffen deshalb, dass ihr nicht aufgebt, sondern weiterhin Geschichten erzählt, dass ihr den Mut habt, sie anderen zu zeigen, an euch und euren Texten zu arbeiten, dass ihr den Spaß nicht verliert, sondern euch auch nächstes Mal wieder beteiligt. Dann werden die Karten ganz neu gemischt. Viel Glück und Erfolg für die Zukunft!

Die folgenden Geschichten wollen wir in unsere Siegeranthologie der Storyolympiade 2015/2016 „Labyrinthe“ aufnehmen:

Eingangs-Nr. Titel
20 Krickel
179 Wanderjahre
90 Der Flur in der 13. Etage
77 Das Kristallgrab
105 Unter der Stadt
50 Die dunklen Gänge
106 Das Spiel
210 Und in der Mitte stand ein Turm
52 Im Labyrinth des Wasserspeiers
67 Eibengesänge
120 Im letzten Mais
114 Gedankengänge
62 Gruß von Melli
45 Die alltaeglichen und absunderlichen Abentheuer des Eisenbahn­Ingenieurs Korbinian Trumpf – Das Labyrinth
211 Teezeit
71 Die Hirnsammlerin
115 Minos‘ Grusellabyrinth
186 Mehr als das
48 Der letzte Gang
124 Fliegende Teppiche
161 Welt hinter Mauern
198 Koboldblut
28 Blaubart
214 Gedankengänge

Wir gratulieren den diesmal erfolgreichen Autorinnen und Autoren!

Unsere Lektorinnen werden in den nächsten Tagen mit ihrer Arbeit beginnen und nach und nach die 24 Autorinnen und Autoren kontaktieren. Die drei Erstplatzierten werden wir zusätzlich noch einmal direkt anschreiben, bevor wir sie hier öffentlich präsentieren. Es lohnt sich also, das E-Mail-Postfach im Blick zu halten.

Wie es mit dem Buch weitergeht, wann und wo die Siegerehrung stattfinden wird, das erfahrt ihr weiterhin an dieser Stelle.

Euer Team der Storyolympiade

Storyolympiade stellt ihre Gewinner vor

Der Wilnsdorfer Günter Wirtz ist Gewinner der Storyolympiade 2014. Der 48-Jährige wurde auf dem Buchmesse-Convent mit der Goldmedaille und der „Victor“-Statue ausgezeichnet. Platz zwei errang Daniel Schlegel aus Berlin, Platz drei ging an das Autoren-Duo Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser aus Gießen.

Buchmessecon2014Die Storyolympiade ist ein Wettbewerb für deutschsprachige phantastische Literatur und wird seit 1999 ausgetragen. Insgesamt gingen 218 Beiträge von Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. 42 Texte erreichten die Endrunde, die besten 29 wurden in die Sieger-Anthologie der Storyolympiade aufgenommen. Der Wettbewerb stand dieses Mal unter dem Thema „Stille“. Wirtz überzeugte die Jury mit seiner Geschichte „Namu“, die von einem jungen Magier auf der Suche nach sich selbst und seinem Seelenbruder erzählt.

Goldmedaillengewinner Günter Wirtz veröffentlicht seit 2010 Kurzgeschichten

Günter Wirtz wurde 1965 in Düren geboren. Er studierte in Bonn die Fächer Deutsch und Spanisch. Seit 1997 ist er Deutsch- und Spanischlehrer am Gymnasium in Wilnsdorf. Wirtz ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Das Schreiben ist ein Hobby seit seiner Jugend, er schreibt am liebsten spannende Kurzgeschichten und Erzählungen, gerne mit phantastischen Elementen. Seit 2010 hat er Geschichten in über einem Dutzend Anthologien veröffentlicht, darunter auch in der Anthologie zur Storyolympiade des Jahres 2010. Insgesamt war er bereits dreimal Erstplatzierter bei Wettbewerben, diesen hier eingeschlossen. Seine Lieblingsautoren sind Roald Dahl wegen seiner fantastischen Einfälle, Mark Twain wegen seines Humors, Frank Schätzing wegen seines packenden Schreibstils. Als seine Ziele nennt er: weiter an Wettbewerben teilnehmen, die von Verlagen im Internet ausgeschrieben werden, und daraus für das eigene Schreiben lernen. Sein Wunsch: irgendwann ein eigenes Buch zu veröffentlichen, das vielen Lesern gefällt.

Silbermedaille für Daniel Schlegel aus Marzahn

Vizemeister ist der Berliner Daniel Schlegel. Der 25-Jährige aus Marzahn wurde mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Schlegel überzeugte die Jury mit seiner Geschichte „Verbindungsabbruch“. Die Story spielt in einer Zukunftsftswelt, in der die Menschen nur noch zum Essen und für ähnliche notwendige Verrichtungen ins reale Leben zurückkehren und ansonsten ihre gesamte Zeit im Cyberspace verbringen. Eine perfekte Welt, perfekte Körper, das Paradies auf Erden. Doch dann stürzt der Cyberspace ab – zurück bleibt nur noch die Stille …
Daniel Schlegel studiert zurzeit Volkswirtschaftslehre an der Viadrina in Frankfurt/Oder. Er hat bereits einige Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. Sein Kurzroman „Der Geist der Adlerschwinge“ erschien kürzlich als eBook. Er träumt davon, einmal ein eigenes Buch zu veröffentlichen.
„Das Schreiben ist für mich ein Hobby, in das ich gerne mehr Zeit investieren würde, als mir häufig zur Verfügung steht“, sagt der 25-Jährige. Bereits in seiner Kindheit habe er versucht, Geschichten zu schreiben. „Allerdings habe ich irgendwann das Interesse daran verloren“, gibt er zu. „Meine Begeisterung fürs Schreiben wurde erst wieder vor einigen Jahren geweckt, nachdem ich Stephen Kings „Der Dunkle Turm“-Zyklus gelesen hatte.“ Als seine Lieblingsautoren nennt er Frank Hebben und Erich Maria Remarque.

Bitte keine eindimensionalen Charaktere

Der Silbermedaillengewinner hat auch schon sehr klare Vorstellungen davon, wie Romanfiguren nicht aussehen sollten: „Beim Schreiben – und vor allem beim Lesen – missfallen mir eindimensionale Charaktere. Wenn die Figuren über keine nachvollziehbaren Motive verfügen oder nur aus Klischees bestehen, zieht es die gesamte Geschichte runter. Sie sollten derart ausgestaltet sein, dass sie sich nicht in ein simples Gut-Böse-Schema einordnen lassen.“

Autoren-Duo Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser auf dem Bronzeplatz

Eine echte Premiere gab es für die Storyolympiade bei der Verleihung der Bronzemedaille: Erstmals ging die Auszeichnung an ein Autoren-Duo. Bisher hatten stets nur Einzelkämpfer auf dem Siegertreppchen gestanden. Die beiden Gießener Schriftsteller Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser überzeugten die Jury mit der düsteren Story „Der Gesang der Engel“, in der ein Mädchen verschwindet und der Bruder danach aus der Bahn gerät und durch jahrelangen Drogenkonsum vollkommen abstürzt. Bis er herausfindet, was wirklich geschah …
Vanessa Kaiser ist 38 Jahre alt und lebt in Biebertal bei Gießen, sie ist studierte Diplom-Biologin und arbeitet als Fahrlehrerin. Sie wuchs mit den Phantastikwerken von Wolfgang Hohlbein und Michael Ende auf, später kam die Begeisterung für Autoren wie Stephen King, Ken Follett oder George R.R. Martin hinzu. Warum sie Geschichten schreibt? „Weil ich mich danach sehne zu schreiben, weil die Worte hinaus wollen und weil ich dadurch mit meinem Inneren auf eine ganz besondere, tief verbundene Weise in Kontakt treten kann. Es ist meine Seele, die spricht, wenn die Worte aus mir hinausfließen.“
Thomas Lohwasser lebt in Wettenberg. Der 40-Jährige hat Philosophie und Geschichte studiert und widmet sich ganz dem Schreiben. Er mag George R. R. Martin und Ken Follett und als Lyriker Rainer Maria Rilke und Hermann Hesse. „Wir schreiben das, was wir lesen wollen“, sagt er. „Es ist ein wenig wie fliegen, wenn man eine Idee hat, die sich fast schon wie eine Vision anfühlt, die heraus will, heraus muss – wenn man die flüchtige Magie der inneren Bilder festhält, die imaginäre Welt aus den Tiefen des Unterbewusstseins sichtbar macht und sie im geschriebenen Wort konserviert. Es ist beinahe ein transzendenter Akt.“

Schreiben zu zweit – wie geht das?

Für das erfolgreiche Autorenteam war der Start nicht ganz einfach. „Anfangs versuchten wir in der Tat, die Geschichten Wort für Wort gemeinsam zu formulieren, doch das erwies sich als wenig fruchtbare Arbeitsweise“, verraten die beiden augenzwinkernd. „Wir bekamen uns regelmäßig in die Haare und vorwärts ging es auch kaum.“
Inzwischen haben sich die beiden Partner aufeinander eingespielt. einer von beiden hat die Idee und entwickelt das erste Konzept der Story, dies wird gemeinsam diskutiert, ausgebaut und verändert. Der jeweilige Ideengeber behält dann auch die Federführung und das letzte Wort, während der andere als Testleser und Co-Autor fungiert, die Geschichte auf Logik- und Formulierungsfehler abklopft und ihr schließlich den letzten Schliff gibt. „Alles in allem kann man sagen, dass unsere Geschichten echte Gemeinschaftsproduktionen sind, die ohne den jeweils anderen niemals so geworden wären“, sind sich die beiden einig.
Doch das Gießener Autoren-Duo will noch weiter gehen. Zurzeit arbeiten Kaiser und Lohwasser an ihrem ersten Roman.

Anthologie „Stille“ ist im Verlag Torsten Low erschienen

Auf der Preisverleihung konnte das Team der Storyolympiade auch das frisch erschienene Buch zum Wettbewerb präsentieren. Es trägt den Titel „Stille“, enthält die 29 besten eingereichten Geschichten und ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.

Buch-Infos:

Stille. Die besten Geschichten der Storyolympiade 2013/2014. Hrsg. v. Martin Witzgall und Felix Woitkowski. Verlag Torsten Low. 324 S., Euro 13,90. ISBN 978-3-940036-28-5.

Ein Beitrag von Petra Hartmann.